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BeitragThema: Leseprobe   Mo Dez 05, 2011 9:14 am

Leben … oder Tod?
Die Worte drangen durch die Dunkelheit zu ihr, einzelne
Silben ohne Zusammenhang. Das raue Kratzen einer ausdruckslosen,
dumpfen Stimme, die in ihre bleierne Benommenheit
drang und sie zwang, aufzuwachen, zuzuhören. Eine Wahl zu
treffen.
Leben?
Oder Tod?
Sie stöhnte auf dem kalten Holzboden unter ihrer Wange,
versuchte, die Stimme und die erbarmungslose Entscheidung,
die sie forderte, aus ihrem Verstand auszublenden. Es war nicht
das erste Mal, dass sie diese Worte, diese Frage hörte. Nicht das
erste Mal in den endlosen Stunden, dass sie in der eisigen Stille
ihres Blockhauses mühsam ein Augenlid gehoben und mitten in
das schreckliche Gesicht eines Monsters gestarrt hatte.
Vampir.
„Entscheide dich“, flüsterte die Kreatur mit einem lang gezogenen
Zischen. Sie kauerte über ihr, und sie selbst lag zusammengerollt
und zitternd vor Kälte auf dem Boden beim kalten
Kamin. Die Fangzähne der Bestie glänzten im Mondlicht, rasierklingenscharf
und tödlich, ihre Spitzen immer noch mit frischem
Blut verschmiert – ihrem eigenen. Die Kreatur hatte sie erst vor
wenigen Minuten in den Hals gebissen.
Sie versuchte sich aufzurichten, konnte aber ihre geschwächten
Muskeln nicht einmal dazu bringen, sich anzuspannen. Sie
versuchte, etwas zu sagen, aber ihr gelang nur ein raues Stöhnen.
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Ihre Kehle fühlte sich trocken wie Asche an, ihre Zunge geschwollen
und träge.
Draußen tobte ein Schneesturm, der Winter Alaskas heulte
ihr bitter und gnadenlos in den Ohren. Niemand konnte ihre
Schreie hören, selbst wenn sie es versucht hätte.
Der Vampir konnte sie immer noch sofort töten. Sie wusste
nicht, warum er es nicht getan hatte. Sie wusste nicht, warum er
sie drängte, auf eine Frage zu antworten, die sie sich die letzten
vier Jahre lang fast täglich selbst gestellt hatte – seit dem Unfall,
der ihr den Mann und ihre kleine Tochter genommen hatte.
Wie oft hatte sie sich gewünscht, mit ihnen auf dieser vereisten
Schnellstraße umgekommen zu sein? Dann wäre alles so viel
leichter, so viel weniger schmerzhaft gewesen.
Jetzt konnte sie ein stummes Urteil in diesen unverwandten,
unmenschlichen Augen spüren, die in der Dunkelheit auf sie gerichtet
waren, blendend hell, die Pupillen geschlitzt wie die einer
Katze. Der kahle Schädel und riesenhafte Körper der Kreatur
waren von kunstvoll verschlungenen Hautmustern überzogen,
und als sie sie beobachtete, schienen sie in wilden Farben zu
pulsieren. Die Stille dehnte sich aus, während er sie geduldig
musterte wie ein unter einem Glas gefangenes Insekt.
Als er jetzt wieder sprach, bewegten sich seine Lippen nicht.
Die Worte drangen wie Rauch in ihren Schädel ein und sanken
tief in ihren Verstand.
Die Entscheidung liegt bei dir, Menschenfrau. Sag mir, was du
willst: Leben oder Tod?
Sie wandte den Kopf ab und schloss die Augen, weigerte sich,
die Kreatur anzusehen. Weigerte sich, Teil dieses seltsamen
Spiels ohne Worte zu sein, das er offenbar mit ihr spielte. Er war
ein Raubtier, das mit seiner zappelnden Beute spielte, während
es sich überlegte, ob es sie verschonen wollte oder nicht.
Wie es endet, liegt an dir. Du entscheidest.
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„Zur Hölle mit dir!“, murmelte sie undeutlich, ihre Stimme
war belegt und heiser.
Eisenstarke Finger schlossen sich hart um ihr Kinn und rissen
es herum, bis sie ihm wieder ins Gesicht sah. Er legte den Kopf
schief, seine bernsteingelben Katzenaugen waren völlig emotionslos,
als er keuchend Atem holte und dann durch seine blutverschmierten
Lippen und Fänge sprach.
„Entscheide dich. Es bleibt nicht mehr viel Zeit.“
Keine Ungeduld lag in der knurrenden Stimme so nahe an
ihrem Gesicht, nur mattes Desinteresse. Eine Apathie, die zu
besagen schien, dass es ihm wirklich völlig egal war, wie die Antwort
ausfiel.
Wut brandete in ihr auf. Sie wollte ihm sagen, er sollte es endlich
hinter sich bringen und sie töten, wenn es das war, was er
vorhatte. Er würde sie nicht dazu bringen, ihn anzubetteln, verdammt
noch mal! Widerstand kochte in ihr, und ihre Wut schoss
ihr die ausgedörrte Kehle hinauf und in ihre Zungenspitze.
Aber die Worte wollten nicht kommen.
Sie konnte ihn nicht um den Tod bitten, selbst wenn er ihr einziger
Ausweg aus dem Schrecken war, der sie hier gefangen hielt.
Ihr einziger Fluchtweg vor ihrem Schmerz darüber, die beiden
Menschen verloren zu haben, die sie am meisten liebte, und aus
der sinnlosen Existenz, die ihr seither geblieben war.
Er löste seine Klauen von ihr und sah mit entnervender Ruhe
zu, wie sie wieder auf den Boden sackte. Zeit verging, schien sich
endlos auszudehnen. Sie kämpfte damit, ihre Stimme wiederzufinden,
um das Wort auszusprechen, das sie entweder befreien
oder verdammen würde. Und immer noch kauerte er neben ihr,
wiegte sich auf den Fersen und schien mit schief gelegtem Kopf
etwas abzuwägen.
Dann, zu ihrem Entsetzen und ihrer Verwirrung, streckte er
den linken Arm aus und schlitzte sich mit einem klauenartigen
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Fingernagel das Fleisch an seinem Handgelenk auf. Blut spritzte
aus der tiefen Wunde, scharlachrote Tropfen regneten auf die
hölzernen Dielenbretter unter ihm. Er fuhr mit dem Finger in
den offenen Schnitt und bohrte ihn in die Muskeln und Sehnen
seines Unterarms.
„Oh, Scheiße! Was machst du da?“ Ekel schüttelte sie. Ihre
Instinkte schrien ihr die Warnung zu, dass gleich etwas Schreckliches
passieren würde – vielleicht noch schrecklicher als der
Horror ihrer Gefangenschaft bei diesem albtraumhaften Wesen,
das sich von ihrem Blut nährte. „Oh mein Gott, hör auf. Was zur
Hölle machst du da?“
Er antwortete nicht, sah sie nicht einmal an, bis er etwas Winziges
aus der Wunde in seinem Fleisch hervorgepult hatte und
vorsichtig zwischen seinem blutigen Daumen und Zeigefinger
hielt. Er blinzelte langsam, für einen kurzen Augenblick waren
seine Augen hinter seinen Lidern verborgen, dann nagelte er
sie wieder mit einem hypnotischen bernsteingelben Lichtstrahl
fest.
„Leben oder Tod“, zischte die Kreatur und machte ihre unbarmherzigen
Augen schmal. Er beugte sich zu ihr herüber,
immer noch tropfte Blut aus der Wunde in seinem Unterarm,
die er sich selbst beigebracht hatte. „Du musst dich entscheiden,
sofort.“
Nein, dachte sie verzweifelt. Nein!
Irgendwo tief in ihr brandete Wut auf wie eine Springflut.
Sie konnte sie nicht unterdrücken, den Wutanfall nicht zurückhalten,
der jetzt ihre wunde Kehle hinaufstieg und mit einem
Furienschrei aus ihrem Mund explodierte.
„Nein!“ Sie hob die Fäuste und schlug auf die nackten Schultern
der Kreatur ein, deren harte Haut nichts Menschliches hatte.
Sie schlug um sich und tobte, beschimpfte ihn mit aller Kraft,
die sie aufbringen konnte, und genoss jeden schmerzhaften Auf13
prall, wenn ihre Schläge seinen Körper trafen. „Verdammt noch
mal, nein! Fass mich nicht an!“
Wieder drosch sie mit den Fäusten auf ihn ein, wieder und
wieder, und immer noch kroch er näher heran.
„Lass mich in Ruhe, verdammt! Hau ab!“
Ihre Fäuste trafen ihn an den Schultern und seitlich am Schädel,
Schlag auf Schlag fiel, selbst dann noch, als eine schwere
Dunkelheit sich über sie zu senken begann und sie einhüllte
wie ein schweres, nasses Leichentuch, ihre Bewegungen träge
machte
und ihre Gedanken verwirrte.
Ihre Muskeln erschlafften und gehorchten ihr nicht mehr.
Und immer noch schlug sie auf die Kreatur ein, jetzt langsam,
als stünde sie bis zum Hals in einem schwarzen, teergefüllten
Ozean.
„Nein“, stöhnte sie und schloss die Augen vor der Dunkelheit,
die sie umgab. Sie sank tiefer, immer tiefer in eine geräuschlose,
schwerelose, endlose Leere hinein. „Nein … lass mich los. Verdammt
… lass mich los …“
Dann, als sie schon dachte, dass die Dunkelheit, die sie einhüllte,
sie nie wieder freigeben würde, spürte sie etwas Kühles
und Feuchtes an ihrer Stirn, und irgendwo über ihrem Kopf
erklang unverständliches Stimmengewirr.
„Nein“, murmelte sie. „Nicht. Lass mich los …“
Mit allerletzter Kraft versetzte sie der Kreatur, die sie niedergedrückt
hielt, einen weiteren Schlag. Harte Muskeln absorbierten
ihn. Da klammerte sie sich an ihren Entführer, versuchte, ihn
zu packen, zu kratzen. Verblüfft spürte sie weichen Stoff in den
Händen. Nicht die klamme nackte Haut der Kreatur, die in ihr
Haus eingebrochen war und sie gefangen hielt, sondern einen
warmen Strickpullover.
In ihrem trägen Verstand feuerte ihre Verwirrung einen Warnschuss
ab. „Wer … nein, fass mich nicht an …“
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„Jenna, hören Sie mich?“ Der tiefe, rollende Bariton, der so
nah an ihrem Gesicht ertönte, war ihr irgendwie vertraut. Seltsam
tröstlich.
Diese Stimme sprach etwas tief in ihr an und gab ihr etwas
zum Festhalten, jetzt, wo nichts als dieses bodenlose dunkle
Meer um sie war. Sie stöhnte, immer noch verloren, doch nun
spürte sie einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass sie vielleicht
überleben würde.
Die tiefe Stimme, nach der sie sich jetzt plötzlich verzweifelt
sehnte, meldete sich wieder. „Kade, Alex. Ich glaube, sie kommt
zu sich. Jetzt wacht sie endlich auf.“
Sie holte Atem, schnappte heftig nach Luft. „Lass mich los“,
murmelte sie, unsicher, ob sie ihren Gefühlen trauen konnte.
Unsicher, ob sie jetzt überhaupt irgendetwas trauen konnte. „Oh
Gott … bitte nicht … fass mich nicht an! Nicht …“
„Jenna?“ Über ihr, ganz in der Nähe, meldete sich eine
Frauenstimme
zu Wort. Sanfter Tonfall, nüchterne Besorgnis –
das musste eine Freundin sein. „Jenna, Liebes, ich bin’s, Alex.
Du bist jetzt okay. Verstehst du? Du bist in Sicherheit, das verspreche
ich dir.“
Langsam registrierte sie, was diese Worte bedeuteten, und
ein Gefühl von Erleichterung und Trost breitete sich in ihr aus.
Ein Gefühl von Frieden, trotz des eisigen Entsetzens, das immer
noch durch ihre Adern schoss.
Mit großer Anstrengung schaffte sie es, die Augen zu öffnen
und die Benommenheit fortzublinzeln, die wie ein Schleier an
ihren Sinnen klebte. Drei Gestalten umstanden sie, zwei davon
riesig und eindeutig männlich, die dritte groß und schlank, eine
Frau. Ihre beste Freundin, Alexandra Maguire. „Was … wo
bin …“
„Schsch“, beruhigte Alex sie. „Nicht reden. Es ist okay. Du
bist an einem sicheren Ort, und du kommst wieder in Ordnung.“
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Jenna blinzelte und versuchte sich zu konzentrieren. Langsam
wurden die Gestalten an ihrem Bett zu Menschen. Als sie sich
etwas aufsetzte, erkannte sie, dass ihre Fäuste immer noch den
Wollpullover gepackt hielten, den der Größere der beiden Männer
trug: der riesenhafte, grimmig wirkende Afroamerikaner mit
dem kurz geschorenen Haar und den Schultern eines Rugbyspielers,
dessen tiefe Stimme sie aus dem entsetzlichen Albtraum
zurückgeholt hatte, in dem sie fast ertrunken wäre.
Auf den sie weiß Gott wie lange erbarmungslos eingedroschen
hatte, weil sie ihn für die höllische Kreatur gehalten hatte.
„Hallo“, murmelte er, und sein breiter Mund kräuselte sich zu
einem kleinen Lächeln. Durchdringende dunkelbraune Augen
hielten ihren erwachenden Blick und schienen ihr tief in die
Seele zu dringen. Das warme Lächeln wurde breiter, als sie ihren
Todesgriff löste und sich wieder auf das Bett sinken ließ. „Schön
zu sehen, dass Sie sich für das Land der Lebenden entschieden
haben.“
Jenna runzelte die Stirn über seine launige Bemerkung, denn
sie erinnerte sich wieder an die schreckliche Entscheidung, die
ihr Angreifer ihr aufgezwungen hatte. Sie stieß einen kehligen
Seufzer aus und versuchte, ihre neue, unvertraute Umgebung in
sich aufzunehmen. Ein wenig fühlte sie sich wie Dorothy, als sie
nach ihrer Reise ins Zauberland Oz wieder zu Hause in Kansas
aufwacht.
Nur dass ihr Land Oz scheinbar endlose Höllenqualen gewesen
waren, ein schrecklicher, blutgetränkter Horrortrip.
Wenigstens der war nun vorbei.
Sie sah Alex an. „Wo sind wir?“
Ihre Freundin kam näher und drückte ihr ein kühles, feuchtes
Tuch an die Stirn. „Du bist in Sicherheit, Jenna. Hier kann dir
niemand etwas tun.“
„Wo bin ich?“, fragte Jenna heftig und spürte eine seltsame
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Panik in sich aufsteigen. Obwohl sie in einem weichen Bett voller
kuschliger Kissen und Decken lag, fielen ihr sofort die klinisch
weißen Wände und die zahlreichen medizinischen Monitore und
digitalen Messgeräte auf, die um sie herum im Raum standen.
„Was ist das hier, ein Krankenhaus?“
„Nicht direkt“, antwortete Alex. „Wir sind in Boston, in einer
privaten Einrichtung. Das war momentan der sicherste Ort für
dich. Und für uns alle.“
Boston? Private Einrichtung? Die vage Erklärung war alles
andere als beruhigend. „Wo ist Zach? Ich muss ihn sehen. Ich
muss mit ihm reden.“
Bei der Erwähnung von Jennas Bruder erblasste Alex ein
wenig.
Sie schwieg lange, zu lange. Dann sah sie über die Schulter
zu dem anderen Mann hinüber, der hinter ihr stand. Mit seinem
stacheligen schwarzen Haarschopf, den durchdringenden
silbernen Augen und kantigen Wangenknochen kam er Jenna
vage bekannt vor, und nun flüsterte Alex leise seinen Namen.
„Kade …“
„Ich gehe Gideon holen“, sagte er und streichelte ihr sanft
über die Schulter. Dieser Kade war offensichtlich ein Freund
von Alex. Ein sehr enger sogar. Er und Alex gehörten zusammen;
selbst in ihrem benommenen Zustand konnte Jenna die tiefe
Liebe spüren, die zwischen dem Paar knisterte. Als sich Kade
von Alex löste, warf er dem anderen Mann einen raschen Blick
zu. „Brock, du hast hier alles im Griff, bis ich zurück bin?“
Der dunkle Kopf nickte grimmig. Doch als Jenna zu ihm
aufsah, sah der riesige Mann namens Brock sie mit derselben
beruhigenden Sanftheit an wie vorhin, als sie an diesem seltsamen
Ort die Augen geöffnet hatte.
Jenna schluckte an einem Angstklumpen, der ihr unaufhaltsam
die Kehle hinaufstieg. „Alex, sag mir, was hier los ist! Ich weiß,
dass ich … angegriffen wurde. Und gebissen. Oh, Himmel …
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da war eine … eine Kreatur. Sie ist irgendwie in mein Haus eingedrungen
und hat mich angegriffen.“
Mit sorgenvoller Miene nahm Alex ihre Hand. „Ich weiß,
Liebes. Du musst Schreckliches durchgemacht haben. Aber jetzt
bist du hier. Du hast es überlebt, Gott sei Dank.“
Jenna schloss die Augen, und ein wildes Schluchzen würgte
sie. „Alex, es … es hat von mir getrunken.“
Ohne dass sie es bemerkt hatte, war Brock näher ans Bett gekommen.
Er stand direkt neben ihr, streckte die Hand aus und
streichelte ihr mit den Fingerspitzen seitlich über den Hals. Seine
großen Hände waren warm und unglaublich sanft, und Jenna
durchströmte ein seltsames Gefühl. Seine zarte Liebkosung
brachte ihr Frieden.
Ein Teil von ihr wollte protestieren, dass er sie einfach so
anfasste, aber ein anderer Teil von ihr – ein hilfsbedürftiger,
verletzlicher Teil, den sie am liebsten gar nicht anerkennen,
geschweige denn ihm nachgeben wollte, konnte den Trost nicht
zurückweisen. Ihr hämmernder Puls beruhigte sich unter dem
sanften Rhythmus seiner Finger, die leicht ihren Hals hinaufund
hinunterstrichen.
„Besser?“, fragte er ruhig, als er seine Hand wegzog.
Sie stieß einen leisen Seufzer aus und nickte schwach. „Ich
muss wirklich meinen Bruder sehen. Weiß Zach, dass ich hier
bin?“
Alex presste die Lippen zusammen, und eine schmerzhafte
Stille senkte sich über den Raum. „Jenna, Liebes, mach dir jetzt
keine Sorgen über nichts und niemanden, okay? Du hast so viel
durchgemacht. Konzentrieren wir uns doch erst mal darauf, dass
es dir wieder besser geht. Zach würde das auch wollen.“
„Wo ist er, Alex?“ Obwohl Jenna ihre Dienstmarke und die
Uniform der Staatspolizei von Alaska schon vor Jahren abgegeben
hatte, wusste sie, wenn jemand um den heißen Brei he18
rumredete. Sie merkte sofort, wenn jemand versuchte, andere
zu schützen, um ihnen Schmerz zu ersparen. Und genau das tat
Alex eben mit ihr. „Was ist mit meinem Bruder passiert? Ich muss
ihn sehen. Irgendwas ist mit ihm, Alex, ich seh’s dir doch an. Ich
muss sofort raus hier.“
Wieder kam Brocks große, breite Hand auf sie zu, aber dieses
Mal stieß Jenna sie weg. Es war nur ein leichter Klaps aus dem
Handgelenk gewesen, aber seine Hand wurde zur Seite geschlagen,
als hätte sie ihre ganze Kraft in die Bewegung gelegt.
„Was zum …?“ Brocks dunkle Augen wurden schmal, etwas
Helles und Gefährliches blitzte in ihnen auf und war schon wieder
verschwunden, bevor sie völlig registriert hatte, was sie da
sah.
Und im selben Augenblick kam Kade mit zwei anderen Männern
ins Zimmer zurück. Einer war groß und schlank, athletisch
gebaut, und sein zerzauster blonder Haarschopf und die randlose
hellblaue Sonnenbrille, die ihm tief auf der Nase saß, ließen ihn
ein wenig wie einen verrückten Wissenschaftler aussehen. Der
andere, dunkelhaarig und mit grimmigem Gesicht, kam in das
kleine Zimmer gestapft wie ein mittelalterlicher Herrscher, allein
schon seine Präsenz gebot Aufmerksamkeit und schien schlagartig
alle Luft aus dem Raum zu saugen.
Jenna schluckte. Als ehemalige Polizeibeamtin war sie es gewohnt,
Männer niederzustarren, die doppelt so groß waren wie
sie. Sie war nie eine gewesen, die sich leicht einschüchtern
ließ, aber jetzt, beim Anblick dieser mindestens vierhundertfünfzig
Kilo Muskelmasse und schieren Kraft in Form dieser vier
Männer, die jetzt ihr Bett umstanden – ganz zu schweigen von
der definitiv tödlichen Ausstrahlung, die diese Typen so lässig
zur Schau stellten wie ihre eigene Haut –, fiel es ihr verdammt
schwer, ihren prüfenden, fast misstrauischen Blicken standzuhalten.
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Wohin auch immer man sie gebracht hatte, und wer auch
immer diese Männer waren, zu denen Kade da gehörte, Jenna
hatte allmählich den Eindruck, dass diese sogenannte private
Einrichtung definitiv keine Klinik war. Und weiß Gott auch kein
Countryclub.
„Sie ist erst ein paar Minuten wach?“, fragte der Blonde mit
leichtem britischem Akzent. Als Brock und Alex nickten, ging er
zum Bett hinüber. „Hallo, Jenna. Ich bin Gideon. Das ist Lucan“,
sagte er und zeigte auf seinen hünenhaften Begleiter, der neben
Brock auf der anderen Seite des Raumes stand. Gideon sah sie
stirnrunzelnd über seine Brillengläser an. „Wie fühlen Sie sich?“
Sie starrte genauso finster zurück. „Als hätte mich ein Bus
überfahren. Und anscheinend hat er mich auch von Alaska bis
nach Boston mitgeschleift.“
„Es ging nicht anders“, warf Lucan ein, und in seiner ruhigen
Stimme klang ein Befehlston mit. Das war keiner, der andere
um Erlaubnis fragte, er war hier der Anführer, gar keine Frage.
„Sie sind im Besitz von zu vielen Informationen und brauchten
spezielle Behandlung und Beobachtung.“
Das klang alles andere als gut. „Wenn ich was brauche, dann
ein Rückflugticket nach Alaska. Was immer dieses Monster mir
angetan hat, ich habe es überlebt. Ich brauche keine Behandlung
oder Beobachtung mehr, mir geht es hervorragend, und ich will
nach Hause.“
„Nein“, konterte Lucan grimmig. „Es geht Ihnen nicht gut.
Ganz und gar nicht, um genau zu sein.“
Obwohl sein Tonfall weder grausam noch bedrohlich gewesen
war, durchfuhr sie ein eisiger Angststoß. Sie sah zu Alex und
Brock hinüber – die beiden Menschen, die ihr erst vor wenigen
Minuten versichert hatten, dass es ihr gut ging und sie in Sicherheit
war. Die beiden Menschen, die tatsächlich geschafft hatten,
ihr ein Gefühl von Sicherheit zu geben, nachdem sie aus dem
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Albtraum erwacht war, den sie immer noch auf ihrer Zunge
schmecken konnte. Jetzt sagten sie beide kein Wort.
Verletzt wandte sie den Blick ab und fragte sich angstvoll, was
dieses Schweigen wirklich zu bedeuten hatte. „Ich muss hier
raus, ich will nach Hause.“
Als sie Anstalten machte, die Beine über den Bettrand zu
schwingen und aufzustehen, war es nicht Lucan oder Brock und
auch keiner der übrigen hünenhaften Männer, der sie daran
hinderte, sondern Alex. Jennas beste Freundin kam und verstellte
ihr den Weg, und ihr nüchterner Gesichtsausdruck war
effektiver als die bedrohliche Ausstrahlung der vier Muskelprotze
im Zimmer.
„Jen, du musst mir jetzt zuhören, uns allen hier. Es gibt da
gewisse Dinge, die du verstehen musst … darüber, was zu Hause
in Alaska passiert ist. Und es gibt da auch Dinge, die wir immer
noch herausfinden müssen und auf die vielleicht nur du die Antwort
weißt.“
Jenna schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung, wovon du redest.
Ich weiß nur, dass ich gefangen gehalten und angegriffen wurde –
gebissen und ausgesaugt, verdammt – von etwas, das schlimmer
war als ein Albtraum. Das Ding könnte immer noch da draußen
in Harmony sein. Ich kann doch nicht tatenlos hier herumsitzen,
während dieses Monster womöglich meinem Bruder oder
anderen zu Hause dasselbe antut wie mir.“
„Das wird es nicht“, sagte Alex. „Die Kreatur, die dich angegriffen
hat – der Älteste – ist tot. Er ist keine Gefahr mehr für
Harmony, dafür haben Kade und die anderen schon gesorgt.“
Jenna spürte nur einen Anflug von Erleichterung, denn trotz
der guten Nachrichten, dass ihr Angreifer tot war, nagte immer
noch etwas Eisiges an ihrem Herzen. „Und Zach? Wo ist mein
Bruder?“
Alex warf einen Seitenblick auf Kade und Brock, die beide
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näher ans Bett gekommen waren. Alex schüttelte fast unmerklich
den Kopf, ihre braunen Augen unter ihrem lockigen dunkelblonden
Haar blickten traurig. „Oh Jenna … es tut mir so leid.“
Sie nahm die Worte ihrer Freundin in sich auf, weigerte sich,
ihre Bedeutung zu erfassen. Ihr Bruder, ihr letzter lebender
Verwandter, war tot?
„Nein.“ Sie schluckte, wollte es nicht wahrhaben. Kummer
stieg ihr die Kehle hinauf, als Alex tröstend den Arm um sie legte.
Während die Trauer sie überrollte wie eine Welle, schossen
auch Erinnerungen an die Oberfläche: Alex’ Stimme, die sie von
außerhalb ihres Blockhauses rief, wo die Kreatur über Jenna in
der Dunkelheit lauerte. Zachs wütende, abgehackte Schreie, in
denen eine tödliche Drohung mitschwang – aber an wen gerichtet?
Damals war sie nicht sicher gewesen, und jetzt war sie nicht
sicher, ob es überhaupt noch von Bedeutung war.
Draußen vor dem Blockhaus hatte ein Schuss gekracht, und
keine Sekunde später war die Kreatur aufgesprungen, hatte die
verwitterte hölzerne Haustür durchbrochen und war auf den verschneiten,
bewaldeten Hof hinausgestürzt. Sie erinnerte sich an
die heulenden Schreie ihres Bruders, an pures Entsetzen, gefolgt
von einer schrecklichen Stille.
Und dann … nichts mehr.
Nur noch ein tiefer, unnatürlicher Schlaf und endlose Dunkelheit.
Sie wand sich unter Alex’ Arm hervor und schluckte ihren
Kummer hinunter. Sie würde nicht zusammenbrechen, nicht vor
all diesen Männern mit den grimmigen Gesichtern, die sie alle
mit einer Mischung aus Mitleid und vorsichtigem, fragendem
Interesse ansahen.
„Ich werde jetzt gehen“, sagte sie und fand nur mit Mühe ihre
knallharte Copstimme, die auf Streife immer so gut funktioniert
hatte. Sie stand auf und fühlte sich kaum wackelig auf den Beinen.
22
Als sie leicht zur Seite schwankte, streckte Brock die Hand aus,
um sie zu stützen, aber sie hatte ihr Gleichgewicht wiedergefunden,
bevor es zu dieser ungebetenen Hilfe kam. Sie brauchte
weiß Gott keinen, der sie verhätschelte und ihr das Gefühl gab,
schwach zu sein. „Alex kann mir zeigen, wo hier der Ausgang ist.“
Lucan räusperte sich demonstrativ.
„Äh, ich fürchte, das ist momentan nicht möglich“, sagte Gideon
mit seiner höflichen britischen Art, doch absolut unnachgiebig.
„Jetzt, wo Sie endlich wach und ansprechbar sind, brauchen
wir Ihre Hilfe.“
„Meine Hilfe?“ Sie runzelte die Stirn. „Wobei denn?“
„Wir müssen herausfinden, was genau zwischen Ihnen und
dem Ältesten vorgefallen ist. Insbesondere, ob er Ihnen irgendetwas
mitgeteilt oder Ihnen auf andere Weise Informationen
anvertraut hat.“
Sie schnaubte. „Tut mir leid. Ich habe diese Tortur schon einmal
durchgemacht und habe weiß Gott nicht vor, das alles bis ins
Detail noch mal für Sie durchzumachen. Nein, besten Dank. Ich
will die ganze Sache so schnell wie möglich vergessen.“
„Es gibt da etwas, das Sie verstehen müssen, Jenna.“ Jetzt war
es Brock, der sprach. Seine Stimme war leise und klang eher
besorgt als fordernd. „Bitte hören Sie uns an.“
Sie blieb stehen, unsicher geworden, und Gideon füllte die
Stille ihrer Unentschlossenheit.
„Wir haben Sie beobachtet, seit Sie im Hauptquartier angekommen
sind“, sagte er zu ihr und ging zu einem Tastenfeld
hinüber, das in die Wand eingelassen war. Er tippte darauf etwas
ein, und ein Flachbildschirm senkte sich von der Decke. Das
Videobild, das darauf erschien, war offenbar eine Aufnahme von
ihr, schlafend in ebendiesem Zimmer. Nichts Weltbewegendes,
nur sie reglos im Bett. „Das geht dreiundvierzig Stunden so,
dann beginnt die Sache interessant zu werden.“
23
Er gab einen Befehl ein, der die Aufnahme bis zur genannten
Stelle vorspulte. Jenna sah sich selbst auf dem Bildschirm und
beobachtete skeptisch, wie ihre Videoversion auf dem Bett plötzlich
begann, sich immer heftiger zu bewegen und zu winden,
bis sie schließlich wild um sich schlug. Sie murmelte etwas im
Schlaf, gab eine Reihe von Lauten von sich – und obwohl sie
nichts davon verstand, wusste sie irgendwie, dass es Worte und
Sätze waren.
„Ich verstehe das nicht. Was ist da los?“
„Wir hofften, dass Sie uns das sagen können“, sagte Lucan.
„Erkennen Sie diese Sprache, die Sie da sprechen?“
„Sprache? Hört sich eher an wie sinnloser Blödsinn.“
„Sind Sie sicher?“ Er schien nicht überzeugt. „Gideon, das
nächste Video.“
Eine andere Aufnahme füllte den Monitor aus, Bilder im
Schnellvorlauf zur nächsten Episode, diese sogar noch verstörender
als die erste. Völlig gebannt sah Jenna zu, wie ihr Körper auf
dem Monitor wild zuckte und um sich trat, begleitet vom surrealen
Soundtrack ihrer eigenen Stimme, die etwas sagte, das für sie
absolut keinen Sinn ergab.
Sie war sonst keine, die sich leicht Angst machen ließ, aber in
ihrer derzeitigen Situation waren diese Videoaufnahmen wie aus
dem Irrenhaus so ziemlich das Allerletzte, was sie sehen wollte.
„Schalten Sie’s aus“, murmelte sie. „Bitte! Das reicht mir jetzt.“
„Wir haben Stunden mit solchem Videomaterial“, sagte Lucan,
als Gideon das Video abschaltete. „Wir haben Sie die ganze Zeit
rund um die Uhr überwacht.“
„Die ganze Zeit“, wiederholte Jenna. „Wie lange bin ich denn
schon hier?“
„Fünf Tage“, antwortete Gideon. „Zuerst dachten wir, Sie
wären in ein traumabedingtes Koma gefallen, aber Ihre Lebensfunktionen
und Ihr Blutbild waren die ganze Zeit über normal.
24
Vom medizinischen Standpunkt aus haben Sie nur …“ Er schien
das richtige Wort zu suchen. „… geschlafen.“
„Fünf Tage lang“, wiederholte sie, um sicherzugehen, dass sie
ihn richtig verstanden hatte. „Niemand schläft einfach so fünf
Tage durch. Da muss was mit mir nicht in Ordnung sein. Herr
im Himmel, nach allem, was passiert ist, sollte ich schleunigst zu
einem Arzt, in ein richtiges Krankenhaus.“
Lucan schüttelte ernst den Kopf. „Einen besseren Experten
als Gideon können Sie an der Oberfläche nicht finden. Das ist
keine Sache, mit der die Ärzte Ihrer Spezies umgehen können.“
„Oberfläche? Meiner Spezies? Was soll denn das nun wieder
heißen?“
„Jenna“, sagte Alex und nahm ihre Hand. „Ich weiß, du musst
völlig durcheinander und verängstigt sein. Mir ging es vor einer
Weile genauso, obwohl ich mir nicht einmal ansatzweise vorstellen
kann, was du durchgemacht hast. Aber du musst jetzt stark
sein. Du musst uns vertrauen – mir vertrauen, dass du wirklich
in den bestmöglichen Händen bist. Wir helfen dir. Wir finden
das raus, versprochen.“
„Rausfinden? Was wollt ihr rausfinden? Sag’s mir. Verdammt,
ich muss wissen, was wirklich hier los ist!“
„Zeig ihr die Röntgenbilder“, murmelte Lucan Gideon zu,
der mit einigen schnellen Tastatureingaben die Bilder auf dem
Monitor aufrief.
„Dieses erste wurde nur Minuten nach Ihrer Ankunft hier im
Hauptquartier gemacht“, erklärte er, als ein Schädel mit dem
oberen Teil der Halswirbelsäule über ihnen aufleuchtete. Zwischen
dem obersten Wirbel und der Schädelbasis erstrahlte ein
wütend heller Fleck von der Größe eines Reiskornes.
Als sie endlich ihre Stimme wiederfand, zitterte sie ein wenig.
„Was ist das?“
„Das wissen wir nicht genau“, antwortete Gideon sanft. Er rief
25
ein anderes Röntgenbild auf. „Das hier wurde vierundzwanzig
Stunden später gemacht. Wie Sie sehen können, beginnen dem
Objekt winzige, fadenähnliche Fühler zu wachsen.“
Als Jenna hinsah, spürte sie, wie Alex’ Finger sich um ihre
eigenen schlossen. Ein weiteres Bild erschien auf dem Monitor,
und auf diesem war deutlich zu erkennen, dass die Fühler
des hell leuchtenden Objektes begonnen hatten, sich mit ihrer
Wirbelsäule
zu verflechten.
„Oh Gott!“, flüsterte sie, hob die freie Hand und betastete die
Haut in ihrem Nacken. Sie drückte fest zu und würgte fast, als sie
dort die schwache Erhebung des Gegenstandes spürte, der in sie
eingepflanzt war. „Er hat das mit mir gemacht?“
Leben … oder Tod?
Du hast die Wahl, Jenna Tucker-Darrow.
Jetzt erinnerte sie sich wieder an die Worte des Monsters und
auch an die Wunde, die es sich selbst beigebracht hatte, das fast
unsichtbar winzige Objekt, das es sich aus dem eigenen Fleisch
gepult hatte.
Leben oder Tod?
Entscheide dich!
„Er hat mir etwas eingesetzt“, murmelte sie.
Der leichte Schwindel, den sie vor einigen Augenblicken gespürt
hatte, kam nun heftig wieder. Ihre Knie gaben nach, doch
bevor sie auf dem Boden landete, hatten Brock und Alex sie an
den Armen genommen und stützten sie. So schrecklich es war,
Jenna konnte die Augen nicht von dem Röntgenbild losreißen,
das den Bildschirm über ihnen ausfüllte.
„Oh mein Gott!“, stöhnte sie. „Was zur Hölle hat dieses Monster
bloß mit mir gemacht?“
Lucan starrte sie an. „Das ist es, was wir herausfinden wollen.“
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